Was kann ich für einen guten Ernährungszustand tun?

Wenn Sie eine Krebsdiagnose erhalten, wird Ihr Arzt wahrscheinlich zeitnah auch Ihren Ernährungszustand überprüfen. Dennoch sollten Sie auch selbst Ihr Körpergewicht beobachten und vor allem darauf achten, dass Sie Ihr Gewicht stabil halten oder ggf. sogar zunehmen. Stellen sich Ernährungsprobleme ein, sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen. Auch die qualifizierte Ernährungsberatung ist eine wertvolle Hilfe, deren Kosten häufig auch von der Krankenkasse übernommen werden. Für die Kostenübernahme müssen die Ernährungsberater jedoch eine staatlich anerkannte Qualifikation aufweisen. Das trifft unter anderem zu auf:

  • Diplom-Ernährungswissenschaftler
  • Diplom-Ökotrophologen
  • Diätassistenten
  • Ärzte mit gültigem Fortbildungsnachweis für Ernährungsmedizin

Möglichkeiten der Ernährungstherapie

Eine Ernährungstherapie umfasst passende Maßnahmen zur Verbesserung Ihres Ernährungszustandes. Über die Ernährung selbst kann jedoch kein Einfluss auf das Tumorwachstum genommen werden. Generell unterstützt eine optimale Nährstoffversorgung das Immunsystem sowie die physische und psychische Verfassung. Gleichzeitig können die Therapieverträglichkeit und Lebensqualität verbessert werden. Ernährungsmaßnahmen bauen stufenförmig aufeinander auf, können aber auch miteinander kombiniert werden:

Stufe I: Ausgewogene energiereiche Mischkost

Während einer Krebserkrankung sollte der Körper bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgt werden. Eine ausgewogene Mischkost ist dazu bestens geeignet. Sollte es Ihnen Probleme bereiten, ausreichende Mengen zu sich zu nehmen, achten Sie darauf, dass Sie besonders energiereich essen, z.B. Vollfettstufen, anstelle der Magervarianten. Gegebenenfalls können die Mahlzeiten auch speziell angereichert werden.

Stufe II: Trinknahrungen

Wenn eine bedarfsgerechte Ernährung mit der normalen Kost nicht mehr möglich ist, können Defizite mit medizinischen Trinknahrungen ausgeglichen werden. Diese enthalten viele Kalorien und Nährstoffe in einer kleinen Menge und werden meist zusätzlich zur normalen Ernährung getrunken.

Stufe III: Sondennahrungen

Wenn eine normale Nahrungsaufnahme über den Mund nicht mehr möglich ist – z. B. wegen einer Krebserkrankung in diesem Bereich bzw. wegen Therapienebenwirkungen – kann die Nahrung über eine Sonde in den Verdauungstrakt geleitet werden. Es gibt besondere Sondennahrungen, die in ihrer Zusammensetzung optimal auf einen erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf bei Krebserkrankungen zugeschnitten sind. Die Ernährung mithilfe einer Sonde sichert die zuverlässige Versorgung auf unkomplizierte Weise und kann das Wohlbefinden steigern.

Sind spezielle Krebsdiäten sinnvoll?

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Prävention einiger Krebserkrankungen. Was als ausgewogen und gesund gilt, haben medizinische Fachgesellschaften in einer 10-Punkte-Liste zusammengefasst. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Zum anderen kann eine ausgewogene und bedarfsangepasste Ernährung die Krebstherapie unterstützen. Inwieweit dies auch für so genannte Krebsdiäten gilt, bei denen meist bestimmte Nahrungsmittel empfohlen und andere verboten werden, ist umstritten. Studiendaten zu ihrer Wirksamkeit sind meist nicht vorhanden oder widersprüchlich. Auch besteht die Gefahr, dass es unter einseitigen Diäten zu weiteren Ernährungsdefiziten kommen kann. Ernährungsexperten und medizinische Fachgesellschaften empfehlen Krebsdiäten daher nicht.