Frau bekommt Nahrung durch die PEG Sonde

Ernährung mit der PEG Sonde

Die PEG Sonde ist eine Möglichkeit der künstlichen Ernährung. Der Begriff PEG bedeutet “perkutan endoskopische Gastrostomie”. Dabei wird der Zugang von außen durch die Bauchdecke in den Magen gelegt. 

Wann wird eine PEG-Sonde gelegt?

Die PEG Sonde wird eingesetzt, wenn über einen langfristigen Zeitraum eine künstliche Ernährung benötigt wird. Deshalb wird diese Sonde häufig bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen oder Erkrankungen im HNO-Bereich eingesetzt.

 Mit Hilfe einer Spritze, einer Ernährungspumpe oder per Schwerkraftapplikation kann so die Nahrung direkt in den Magen geleitet werden.

Nahrung verabreichen mit der PEG Sonde

Verabreichen von Sondennahrung im SmartPack mit der Ernährungspumpe

Verabreichen von Sondennahrung im SmartPack per Schwerkraft

Bolusgabe von Sondennahrung

Risiken einer PEG Sonde

Nach der Anlage der PEG Sonde können folgende Komplikationen auftreten:

  • Innere Halteplatte verschiebt sich oder wächst in die Magenwand ein
  • Verletzung der Magenwand
  • Falsche Lage der PEG Sonde im Magen
  • Sonde verschließt sich
  • Magenprobleme, Übelkeit
  • Wundschmerz
  • stille Aspiration
  • Pneumoperitoneum

Bei Anzeichen einer Entzündung an der Sondenaustrittsstelle (z.B. stärkere Rötungen, Schwellungen, Austritt von Sekret, Bauchschmerzen, Fieber) oder durchnässtem Verband, informieren Sie bitte sofort den behandelnden Arzt.

Die richtige Pflege der PEG Sonde

Um Komplikationen zu vermeiden, sollte der Verband regelmäßig gewechselt und die PEG Sonde ausreichend mobilisiert werden.

  • In den ersten 5-7 Tagen PEG Sonde 1x täglich mobilisieren und Verband wechseln 
  • Wenn die Wunde abgeheilt ist, PEG Sonde alle 2-3 Tage mobilisieren und Verband wechseln
  • Zur Mobilisation der PEG Sonde diese zunächst mehrmals leicht auf und ab bewegen (ca. 1,5 cm) und anschließend 180 Grad um ihre Achse drehen
  • Nach dem Duschen oder Baden immer einen Verbandswechsel durchführen

Um die Durchgängigkeit der Sonde zu erhalten und Fäulnis sowie Gärungsprozessen in der Sonde vorzubeugen, sollte diese regelmäßig gespült werden.

Wann sollte ich die Sonde spülen?

  • Nach der Nachtruhe, vor der ersten Nahrungsgabe
  • Vor und nach jeder Nahrungsgabe
  • Vor und nach jeder Medikamentengabe sowie zwischen der Verabreichung verschiedener Medikamente
  • Bei kontinuierlicher Applikation: Bei jedem Wechsel des Sondennahrungsbehälters
  • Bei längerer Unterbrechung der Sondenernährung spätestens nach 8 Stunden
  • Bei einem längerem Nichtgebrauch der Sonde 2x täglich

Häufige Pflegefehler

  • Zu viel Bewegung (Mobilisation) der Sonde 
  • Zu viel Bewegung der Sonde kann zu einer Hypergranulation (gutartige Gewebeneubildung um die Sonde) oder zu einem Ekzem führen
  • Unsauberes Abtrocknen der Sondeneintrittsstelle nach dem Baden/Duschen oder der Desinfektion
  • Unsauberes Abtrocknen kann zu einem Ekzem führen
  • Unzureichende Mobilisation der Sonde und/oder zu starker Zug
  • Beides kann zu einem Burried-Bumper-Syndrom (Einwachsen der inneren Halteplatte in die Magenwand) führen
  • Unzureichendes Spülen der Sonde
  • Kann zu einer Verstopfung und/oder einem Fäulnis bzw. Gärungsprozess im Sondenschlauch führen

Wann muss eine PEG Sonde gewechselt werden?

In der Regel muss eine PEG Sonde bei der richtigen Pflege nicht gewechselt werden. Sollte es trotzdem zu häufigen Komplikationen, wie z.B. Ekzemen oder Hypergranulationsgewebe kommen, bietet sich der Wechsel auf eine Austauschsonde an. Auf eine Austauschsonde wird außerdem häufig bei mobilen Patienten und Kindern zurückgegriffen, weil diese weniger auffällig ist und nach der Erstplatzierung durch den Arzt bequem Zuhause gewechselt werden kann. Die unauffälligste Austauschsonde, die zudem die größtmögliche Bewegungsfreiheit bietet, ist der Button.

Kann eine PEG Sonde wieder entfernt werden?

Ist eine orale Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme erneut möglich, kann die PEG Sonde wieder entfernt werden. Hierzu ist jedoch ein kleiner Eingriff im Krankenhaus notwendig.

Nachdem die PEG Sonde entfernt wurde, verschließt sich der kleine Zugang zum Magen in der Regel innerhalb einiger Tage vollständig. Zurück bleibt eine kleine Vernarbung.

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