Wann wird die Anwendung von Trinknahrung empfohlen?

Medizinische Trinknahrungen wurden speziell zum Diätmanagement bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur ausreichenden normalen Ernährung entwickelt. Bei krankheitsbedingter Mangelernährung können sie einen wichtigen Beitrag leisten, um die Versorgung mit Energie und Nährstoffen zu optimieren. Gut ernährt fühlen Sie sich wohler und haben mehr Kraft für Ihre Behandlung.

Die Anforderungen an eine bedarfsgerechte Ernährung können je nach Erkrankung sehr verschieden sein. Beispielsweise hat ein dialysepflichtiger Nierenpatient einen ganz anderen Bedarf als z. B. ein Patient mit Blutzuckerschwankungen. Manche Erkrankungen erhöhen den Energiebedarf und können schnell zu einem Gewichtsverlust führen. Dadurch verliert der Körper Kraft, was wiederum Folgen für die Behandlung und die Genesung haben kann.

Um diesen Teufelskreis aufzuhalten, sollten Mangelernährung und Untergewicht mit der geeigneten Ernährung umgehend behandelt werden. Für die bedarfsgerechte Ernährung bei Untergewicht benötigen Patienten meist eine besonders energiereiche Ernährung, um schnell Gewicht zunehmen zu können.

Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt zu der für Sie geeigneten Ernährungstherapie und den passenden Produkten für Ihre individuelle Situation beraten. Der Arzt erstellt für Sie einen Ernährungsplan und wird zusammen mit Ihnen die entsprechenden medizinischen Trinknahrungen auswählen.

Anwendungsgebiete von medizinischer Trinknahrung

Mithilfe von medizinischer Trinknahrung können Mangelernährung und Gewichtsverlust behandelt oder verhindert werden. Wenn sich der Energie- und Nährstoffbedarf nicht verändert hat, bieten meist Standard-Trinknahrungen die richtige, zusätzliche Unterstützung. Bei bestimmten Erkrankungen können sich jedoch der Energie- und Nährstoffbedarf verändern und eine angepasste Ernährung erforderlich machen. Hier helfen krankheitsspezifische Spezialnahrungen.

Ernährung im Alter

Altersbedingte Mangelernährung geht häufig mit Appetitlosigkeit, Schluckstörungen, aber auch Demenz oder Alzheimer einher. Gerade älteren Menschen fällt es oft leichter, etwas zu trinken als zu essen. Wenn das Essen im Alter zu einer Herausforderung wird und eine Mangelernährung besteht, können medizinische Trinknahrungen für ältere Menschen den Ernährungszustand verbessern.

Ernährung bei Krebs

Krebserkrankungen gehen häufig mit einem erhöhten Energiebedarf einher, der manchmal nicht über die normale Ernährung gedeckt werden kann. Während der Chemotherapie können weitere erschwerende Faktoren hinzukommen, wie Übelkeit und Appetitlosigkeit. Flüssignahrung mit viel Energie und lebenswichtigen Nährstoffen kann helfen, den Bedarf zu decken und das Gewicht zu stabilisieren.

Ernährung bei Magen-Darm-Erkrankungen

Sogenannte gastrointestinale Erkrankungen führen häufig dazu, dass bei der Verdauung nicht mehr alle Nährstoffe aufgenommen und verwertet werden. Abgestimmte Spezial-Trinknahrungen können eingesetzt werden z. B. für die Ernährung bei Darmentzündungen (wie z. B. Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa), Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Reizdarm, Kurzdarmsyndrom und Fettverwertungsstörungen.

Ernährung bei Organerkrankungen

Chronische Herz-, Leber- oder Lungenerkrankungen erfordern häufig eine angepasste und energiereiche Ernährung. Oftmals muss auch die Flüssigkeitszufuhr verringert werden. Für diese Fälle eignen sich hochkalorische und flüssigkeitsreduzierte medizinische Trinknahrungen. Auch bei Nierenerkrankungen sowie bei Dialysepflicht gibt es abgestimmte Spezialtrinknahrungen.

Ernährung bei Blutzuckerschwankungen

Mangelernährte Patienten mit Blutzuckerschwankungen, z. B. bei Diabetes mellitus, sollten eine Nahrung erhalten, die auf ihren Stoffwechsel abgestimmt ist. Hier eignen sich sogenannte hochmolekulare Trinknahrungen: sie enthalten Kohlenhydrate, die langsam verstoffwechselt werden und darum langsam ins Blut gelangen. So können Blutzuckerspitzen vermieden werden.

Ernährung bei Schluckstörungen (Dysphagie)

Schluckstörungen, die das Essen erheblich beeinträchtigen können, treten häufig im Alter oder auch z. B. bei einem Schlaganfall auf. Trinknahrungen, die angedickt sind und dadurch das Schlucken erleichtern, können die Ernährung nach einem Schlaganfall unterstützen.