Welche Ernährungstherapie hilft Ihrem Kind?

Die Folgen einer unzureichenden Ernährung für Kinder mit neurologischen Erkrankungen, wie z. B. der Zerebralparese, werden oft unterschätzt. Die bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung ist aber auch für Kinder mit (schweren) Beeinträchtigungen die Basis für ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihre Teilhabe am sozialen Leben. 

Wieso eine Ernährungstherapie?

Mit Hilfe einer Ernährungstherapie kann eine Mangelernährung verhindert werden. Die Ernährungsmaßnahmen sind individuell und richten sich nach den Bedürfnissen des Kindes. In Abhängigkeit der motorischen Fähigkeiten und Aktivität des Kindes kann z. B. der Energiebedarf besonders hoch oder aber niedrig sein. Ihr Kinderarzt wird Sie umfassend zu den Möglichkeiten der Ernährungstherapie beraten und mit Ihnen zusammen die beste Lösung für Ihr Kind finden. 

Stufenkonzept der Ernährungstherapie

Die Möglichkeiten der Ernährungstherapie zur Behandlung einer Mangelernährung bauen stufenweise aufeinander auf (siehe Abbildung). Eine Kombination der verschiedenen Maßnahmen ist aber möglich und üblich. Trink- und Sondennahrung (sogenannte enterale Ernährungstherapien) werden häufig ergänzend zur normalen Nahrung eingesetzt.

Normalkost und Ernährungsberatung

Auch bei Kindern und Säuglingen mit Behinderung steht die normale Ernährung an erster Stelle. Es ist wichtig, die normale Ernährung zu fördern, denn gemeinsame Mahlzeiten spielen eine große Rolle im Familienleben und im Gemeinschaftserlebnis Ihres Kindes. Manchmal ist bereits eine Ernährungsberatung ausreichend, um die Fütter- und Esssituation wesentlich zu verbessern. Ein Ernährungsexperte kann mitunter auch zu Fütterungsstrategien bei Schluckbeschwerden beraten. 

Nahrungsmodule zur Energieanreicherung

Ein weiterer Schritt kann die Anreicherung sein, d. h. die normale Nahrung Ihres Kindes wird energiereicher zubereitet. Eine Möglichkeit ist, Ihrem Kind besonders kalorien- und fettreiche Lebensmittel zu geben. Eine andere Möglichkeit ist die Anreicherung der Nahrung mit Maltodextrin. Dies ist ein Gemisch aus Kohlenhydraten und wird häufig in der Ernährungstherapie eingesetzt. 

Die Extraportion Energie durch Trinknahrung

Wenn die angereicherte Nahrung jedoch nicht ausreichend ist, um den Ernährungszustand Ihres Kindes zu verbessern, kann Ihr Arzt eine medizinische Trinknahrung empfehlen. Diese enthält Energie und Nährstoffe in bedarfsdeckender Form und wird in der Regel ergänzend zum normalen Essen und Trinken eingesetzt. Trinknahrungen gibt es in altersentsprechenden Varianten sowohl für Säuglinge und Kleinkinder als auch für größere Kinder und Jugendliche. So kann jedes Kind entsprechend seines Entwicklungsstandes sowie Energie- und Nährstoffbedarfs individuell unterstützt werden.

Ernährung mit einer Sonde

Kinder mit Beeinträchtigungen und neurologischen Erkrankungen, insbesondere Zerebralparese, können aufgrund ihrer Einschränkungen manchmal nicht bedarfsgerecht über die normale Ernährung versorgt werden. So kann das Füttern häufig viel Zeit in Anspruch nehmen oder die Kinder verschlucken sich ständig beim Essen. Die Ernährung mit Hilfe einer Sonde kann manchmal eine Entlastung für alle Beteiligten bedeuten. Die Kinder müssen nicht mit jeder Mahlzeit kämpfen und Sie als Eltern können die Zeit mit Ihrem Kind freier gestalten, da die ständige Sorge um die ausreichende Versorgung wegfällt. 

Medizinische Sondennahrung ist bedarfsgerecht mit Energie und Nährstoffen zusammengesetzt. Über die Sonde wird Ihr Kind zuverlässig mit allem versorgt, was es für seine Gesundheit und Entwicklung braucht. Auch Sondennahrung kann ergänzend zum normalen Essen eingesetzt werden, so dass Ihr Kind weiterhin an allen Mahlzeiten in der Familie teilnimmt. 

Weitere Informationen auf meinkindistbesonders.de

Für viele Eltern ist die Entscheidung für die Sondenernährung ihres Kindes jedoch nicht leicht. Darum haben wir für Sie viele Informationen und Erfahrungsberichte von anderen betroffenen Familien auf der Webseite www.meinkindistbesonders.de zusammengestellt. 

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