Wie beeinflussen neurologische Beeinträchtigungen die Ernährung?

Unterschiedliche neurologische Erkrankungen können die Fähigkeit eines Kindes zum selbständigen Essen und Trinken beeinträchtigen. So kann die infantile Zerebralparese mit Beschwerden wie spastischen Lähmungen, epileptischen Anfällen oder einer Verzögerung der psychomotorischen Entwicklung (Retardierung) einhergehen. Diese Symptome können die Fütter- und Esssituation für das Kind, aber auch Eltern oder Pflegekräfte, erschweren. 

Weitere Krankheitsbilder

Auch bei anderen schweren Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z. B. Porenzephalie, Ulegyrie, Vogt-Syndrom, extrapyramidale Störungen) treten häufig Probleme bei der Ernährung des betroffenen Kindes auf. Gemäß offiziellen Schätzungen sind rund 40% aller Kinder mit einer (schweren) geistigen Behinderung nicht ausreichend ernährt bzw. mangelernährt. 

Herausforderungen für die Ernährung

Die infantile Zerebralparese ist eine Form der „frühkindlichen Hirnschädigung“. Von 1.000 Kindern, die in Deutschland auf die Welt kommen, sind etwa 2 bis 3,5 Kinder von einer Zerebralparese betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baby an Zerebralparese erkrankt, ist höher, wenn das Geburtsgewicht sehr niedrig ist oder das Baby vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurde. Eine frühkindliche  Schädigung kann während der Schwangerschaft, der Geburt oder auch noch bis zum 3. Lebensjahr auftreten.

Mögliche Folgen einer Infatilen Zerebralparese

Die infantile Zerebralparese hat einen großen Einfluss auf das Leben des Kindes und seiner Familie. Typische Beschwerden, die aufgrund einer Zerebralparese auftreten können, sind:

  • Motorische Einschränkungen
  • Epileptische Anfälle 
  • Gestörte Verarbeitung von Sinneseindrücken (z. B. beim Fühlen, Hören oder Sehen)
  • Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten bzw. der Intelligenz (Intelligenzminderung)

Die motorischen Einschränkungen betreffen nicht nur die Bewegung der Arme und Beine, sondern mitunter auch Bewegungsabläufe, die das Essen, Kauen und Schlucken steuern. Dadurch können sich auch große Herausforderungen für die Ernährung ergeben. Kinder mit Kau- und Schluckstörungen oder ähnlichen Beschwerden essen häufig nur mit viel Zureden und brauchen viel Zeit. Manche Kinder haben auch Schmerzen beim Essen oder Trinken und verweigern die Nahrung komplett.

Vielleicht verbringen auch Sie als Eltern eines Kindes mit einer neurologischen Beeinträchtigung viel Zeit mit Füttern und Trösten Ihres Kindes. Wenn Sie sich Sorgen machen, ob Ihr Kind ausreichend Energie, Nährstoffe sowie Flüssigkeit zu sich nimmt, sprechen Sie bitte umgehend mit Ihrem Kinderarzt. Eine frühzeitige Behandlung mit den richtigen Ernährungsmaßnahmen kann die Gesundheit und Lebensqualität Ihres Kindes verbessern.