Welche Behandlung braucht mein Kind bei Kuhmilchallergie?

Wenn Ihr Kinderarzt eine „Kuhmilcheiweißallergie“ feststellt, verordnet er Ihrem Kind vermutlich eine sogenannte Eliminationsdiät, auch Auslassdiät genannt. Eine milchfreie Ernährung wirft natürlich auch Fragen auf, z. B.:

  • Erhält mein Kind trotz des Verzichts auf Kuhmilch alle Nährstoffe, die es für seine gesunde Entwicklung braucht?
  • Schützt diese Ersatznahrung zuverlässig von allergischen Reaktionen?

Ihr Kinderarzt wird Ihrem Kind eine non-allergene Spezialnahrung als Ersatz für die Milch verschreiben und Sie bezüglich der weiteren Ernährung Ihres Kindes beraten. So ist die vollwertige und gesunde Ernährung Ihres Kindes sichergestellt. Falls Sie Fragen haben, können Sie sich jederzeit gern an unsere Careline wenden.

Die Ernährung bleibt normal – nur ohne Milch

Mit dem vollständigen Verzicht auf Kuhmilch und geeigneten Ersatzprodukten verschwinden die Beschwerden Ihres Kindes schnell. Meist schon nach wenigen Tagen ist Ihr Säugling deutlich fröhlicher und kann wieder unbeschwert essen und genießen.

Auch wenn Sie bereits Beikost zufüttern, ändert sich nichts. Ein grundsätzlicher Verzicht auf andere Allergene, wie z. B. Fisch oder Weizen, ist nicht notwendig. Hat Ihr Kind allerdings zusätzliche nachgewiesene Allergien, z.B. gegen Hühnerei, muss auch darauf strikt verzichtet werden. Geben Sie Ihrem Kind weiterhin alle 2–3 Tage eine kleine Portion eines einzelnen neuen Lebensmittels. So merken Sie schnell, ob Ihr Kind das Lebensmittel verträgt. Lediglich Nüsse sollten vermieden werden, da Ihr Kind diese leicht verschlucken kann. Dies gilt jedoch auch für Kinder ohne eine Kuhmilchallergie. Mit milchfreiem Ersatz können Sie Gerichte auf Milchbasis z. B. Babybrei selbst zubereiten. Hier haben wir für Sie einfach nachzukochende Rezepte für leckere Baby-Mahlzeiten mit unserer Spezialnahrung Neocate zusammengestellt.

Wir wachsen mit Ihrem Kind mit!

Nach dem 1. Lebensjahr ändert sich der Nährstoffbedarf Ihres Kindes. Neocate Junior und Neocate Active sind Spezialnahrungen für Kinder ab einem Jahr mit Kuhmilchallergie oder mehreren Nahrungsmittelallergien. Ihr Kind wird altersgerecht mit Nährstoffen versorgt und weiterhin vor allergischen Reaktionen geschützt.

Das Beste ist jedoch: Die Prognose bei Ihrem Kind mit Kuhmilchallergie ist gut! Viele Kinder verlieren ihre Milchallergie bereits nach einigen Monaten. Spätestens im Schulalter vertragen rund 90 % der betroffenen Kinder die Milch wieder ohne Beschwerden. Ihr Kinderarzt wird nach einiger Zeit die Allergie erneut überprüfen und eine sogenannte Provokation durchführen. Ihr Kind erhält dabei nach und nach in kleinen Mengen Kuhmilch, bis es eine ganze Portion getrunken hat. Treten auch nach einigen Tagen keine allergischen Anzeichen auf, können Sie in Absprache mit dem Arzt Milch wieder in den Speiseplan Ihres Kindes aufnehmen.

Was sollte ich bei der milchfreien Ernährung meines Kindes beachten?

Nur bei vollständigem Verzicht auf das Allergie auslösende Nahrungsmittel, also die Kuhmilch, wird es Ihrem Kind bald besser gehen. Diese vom Arzt verordnete therapeutische Diät kann eine Herausforderung für den Alltag bedeuten. Denn viele übliche Nahrungsmittel, wie z. B. Brot, Saft und Wurst, können Spuren von Milch enthalten.

Lassen Sie sich daher immer von Ihrem Kinderarzt sowie einem Ernährungsexperten umfassend beraten. Hier erhalten Sie individuelle Tipps für die optimale Versorgung Ihres Kindes.

  • Achten Sie beim Kauf von Lebensmitteln grundsätzlich auf die Zutatenliste. Bezeichnungen wie Laktose, Casein, Laktoglobulin oder Laktalbumin liefern Hinweise auf Milchbestandteile. Fragen Sie bei Frischwaren genau nach.
  • Informieren Sie alle Familienangehörige und jede Person, die Ihr Kind betreut. So vermeiden Sie, dass Dritte Ihrem Kind unwissentlich etwas zu Essen geben, das Milcheiweiß enthält.
  • Ihr Kinderarzt verschreibt Ihnen eine geeignete Spezialnahrung für Ihr Kind. Alternativen zu Kuhmilch aus dem Supermarkt sind in der Regel nicht für die Auslassdiät bei Milchallergie geeignet.

Sogenannte hypoallergene Nahrungen (kurz H.A.-Nahrungen) bekommen Kinder, bei denen ein Allergierisiko besteht. H.A-Nahrungen enthalten jedoch noch Restallergene der Kuhmilch. Zur Diagnose und Behandlung einer bestehenden Milchallergie sind sie daher nicht geeignet.

Sojaprodukte sind frei von Bestandteilen der Kuhmilch. Das Eiweiß der Sojabohne stellt jedoch ein hochpotentes Allergen dar. Das Risiko, zusätzlich eine Sojaallergie zu entwickeln, ist sehr hoch. Darüber hinaus wird Sojanahrung für Säuglinge im ersten Lebensjahr vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) grundsätzlich nicht empfohlen, denn Soja enthält hormonähnliche Inhaltsstoffe, deren Wirkung auf Säuglinge noch nicht ausreichend untersucht ist.

Auch sogenannte „Alternativnahrungen“ eignen sich nicht als Ersatzprodukte. Auch sie bergen häufig ein erhöhtes Allergierisiko. Eiweiße in Ziegen- und Schafsmilch sind nahezu identisch mit denen der Kuhmilch. Pflanzliche Drinks aus Getreide oder Nüssen erfüllt oft nicht die Anforderungen einer ausgewogenen Ernährung, denn die Nährstoffe sind meist nicht ausreichend für Säuglinge. Bei alternativen Nahrungen besteht zudem stets ein erhöhtes Risiko für Kreuzallergien.