Was sind Schluckstörungen?

Der Schluckprozess, durch den unser Essen vom Mund in den Magen gelangt, ist ein komplexer Vorgang. Eine Störung beim Schlucken führt oft dazu, dass Nahrung und Flüssigkeit in der Speiseröhre stecken bleiben oder in die Atemwege gelangen. Schluckstörungen können verschiedene Ursachen haben und sind meist Begleiterscheinung einer zugrundeliegenden Erkrankung. Medizinisch werden sie Dysphagie genannt. Eine Dysphagie reicht von Problemen beim Hinunterschlucken bestimmter Konsistenzen bis hin zur völligen Schluckunfähigkeit.

Ursachen von Schluckstörungen

Neurologische Erkrankungen:

Die häufigste Ursache von Schluckstörungen ist ein Schlaganfall. Aber auch bei anderen neurologischen Erkrankungen treten oftmals Schluckstörungen auf, so z. B. bei Alzheimer, Demenz, Morbus Parkinson, Multipler Sklerose, ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) oder Chorea Huntington.

Krebserkrankungen:

Auch im Zusammenhang mit Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich kommt es mitunter zu Schluckstörungen. So können z. B. chirurgische Eingriffe, Chemotherapie oder Bestrahlung zu Funktionsänderungen der Gewebestrukturen führen, die für ein normales Schlucken unerlässlich sind.

Altersschluckstörungen:

Häufig treten Schluckbeschwerden auch bei älteren Menschen auf. Diese sogenannten „Altersschluckstörungen“ (medizinisch Presbyphagie genannt) werden durch normale Veränderungen im Alter, wie z. B. dem Abbau der Schluckmuskulatur, verursacht. Die Beschwerden entwickeln sich meist sehr langsam und können normalerweise gut ausgeglichen werden. Kommen jedoch andere Erkrankungen hinzu, können sich Schluckbeschwerden im Alter schnell verschlechtern. Um die Gefahr des Verschluckens oder einer Mangelernährung zu verringern, sollten sie umgehend behandelt werden.

Die fünf Phasen des Schluckens

Beim „normalen“ Schlucken sind insgesamt 31 Muskelpaare beteiligt. Der Schluckvorgang, bei dem Nahrung vom Mund über den Rachen und die Speiseröhre in den Magen gelangt, lässt sich in 5 Phasen unterteilen:

  1. Die erste Phase beginnt noch vor dem eigentlichen Schlucken. Zunächst einmal erfassen wir die Situation der Nahrungsaufnahme und stellen uns unbewusst auf den Schluckvorgang ein: Uns läuft sprichwörtlich „das Wasser im Mund zusammen“.
  2. Im nächsten Schritt nehmen wir Nahrung auf und zerkleinern sie im Mund durch Kauen. Die Nahrung wird mit Speichel zersetzt. Durch das Enzym Amylase im Speichel werden bereits Kohlenhydrate zerkleinert und für die Verdauung vorbereitet.
  3. Ist die Nahrung gut durchgekaut, schiebt unsere Zunge die Nahrung nach hinten Richtung Rachen und löst dadurch den Schluckreflex aus.
    Damit beginnt der eigentliche Schluckprozess, der willentlich kaum zu beeinflussen ist.
  4. Beim Hinunterschlucken laufen schnelle und automatisierte Bewegungen ab. Damit die Nahrung nicht in die Luftröhre gelangt, verschließen die Rachenmuskeln die Atemwege und leiten so die Nahrung Richtung Speiseröhre.
  5. In der letzten Phase gelangt die Nahrung schließlich durch die Speiseröhre in den Magen.

Eine komplette Schluckbewegung dauert zwischen 8 und 20 Sekunden, bei älteren Menschen meist etwas länger.

Wie Sie Schluckbeschwerden bemerken

Da Schluckbeschwerden häufig im Zusammenhang mit einer anderen Krankheit auftreten, fällt das Erkennen einer sich anbahnenden Schluckstörung oft schwer. Treten die folgenden Symptome bei Ihnen auf, könnte das Risiko einer Schluckstörung bestehen:

  • Essen und Trinken werden vermieden

  • Häufiges Verschlucken oder Husten während des Schluckens

  • Nahrung gelangt beim Essen in die Nase

  • Ständiges Räuspern und das Gefühl von einem „Kloß im Hals“

  • Vermehrter Speichelfluss

  • Probleme mit dem Würgereflex

  • Unregelmäßiges Atmen während des Schluckens

  • Stimmänderungen nach dem Schlucken

  • Veränderte Essgewohnheiten, z. B. langsames Essen oder das Vermeiden gemeinsamer Mahlzeiten

Wenn Symptome für Schluckstörungen bei Ihnen oder Ihren Angehörigen auftreten, machen Sie unseren Risikotest um eine mögliche Schluckstörung auszuschließen.