Malnutrition neurologisch schwer behinderter Kinder verhindern

Erlangen, Juni 2016 – Die Überwachung des Ernährungszustandes von Kindern mit schweren neurologischen Erkrankungen muss integraler Bestandteil der Betreuung sein. Dies forderte PD Dr. Anjona Schmidt-Choudhury, Bochum, bei einem Symposium im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuropädiatrie und ging auf die vielfältigen Probleme der Ernährung insbesondere von Kindern mit einer Zerebralparese ein. Das auf medizinisch enterale Ernährung spezialisierte Unternehmen Nutricia unterstützte die Veranstaltung und bietet mit seinen Produktreihen Infatrini® und Nutrini® altersadaptierte pädiatrische Trink- und Sondennahrung an, die speziell auf den individuellen Nährstoffbedarf von Kindern zugeschnitten sind.

Eine der häufigsten schweren körperlichen Beeinträchtigungen bei Kindern ist die Zerebralparese. Zu den vielfältigen Ursachen, warum diese Kinder oft nicht ausreichend mit Energie versorgt werden, gehören die Unfähigkeit des Kindes, Hunger, Durst und Nahrungspräferenzen auszudrücken, Fütterungsstörungen und motorische orale Beeinträchtigungen.1 So sind die Patienten z.B. oft nicht in der Lage, den Mund zu schließen oder es kann kein Bolus aus fester Nahrung im Mund gebildet werden. Außerdem kann die Initiation des Schluckreflexes verzögert sein, was die Aspirationsgefahr erhöht.

Mangelernährung erhöht Mortalität und Morbidität

Das Füttern der Kinder kann sehr aufwändig sein – bei manchen Kindern sind das Fütterungszeiten von über 6 Stunden pro Tag. Betreuer überschätzen Schmidt-Choudhury zufolge dabei oft die Energiezufuhr und unterschätzen die Fütterungszeiten. So können Nahrungsmenge und damit die Energiezufuhr deutlich unterhalb des Bedarfs liegen. 25 bis 68 Prozent der neurologisch erkrankten Kinder sind deshalb mangelernährt.2,3 Folgen der Mangelernährung können u.a. eine erhöhte Morbidität und Mortalität sein, aber auch häufige Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte sowie eine verminderte Teilhabe an häuslichen und schulischen Aktivitäten. Angesichts dieser Situation forderte Schmidt-Choudhury: „Die Überwachung des Ernährungszustandes behinderter Patienten muss deshalb integraler Bestandteil der Betreuung sein.“

Gastrostoma kann die Situation entschärfen

Eine Verbesserung der Situation bei orofazialen Störungen kann durch eine Zusammenarbeit von Pädiatern, Neuropädiatern und Logopäden erreicht werden, auch die Einbeziehung von Psychologen, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern und Ergotherapeuten kann hilfreich sein. Unterstützung bei der Fütterung können auch verschiedene Sauger, Becher oder Haltevorrichtungen bieten, außerdem muss auf die korrekte Lage bzw. Haltung des Kindes geachtet werden. Bei hartnäckigen Problemen kann Schmidt-Choudhury zufolge auch das Legen eines Gastrostomas hilfreich sein. „Ein Gastrostoma kann die Gewichtszunahme erheblich begünstigen, den Gesundheitszustand verbessern und die Fütterungszeiten verkürzen“, so Schmidt-Choudhury. Wichtig sei bei der Erwägung eines Gastrostomas die individuelle Betrachtung der Gesamtsituation und eine multidisziplinäre Betreuung, denn manche Eltern empfinden es als „Versagen“, ihr Kind nicht mehr oral ernähren zu können.

Eine Reihe von Studien macht deutlich, wie sehr Kinder mit schweren neurologischen Erkrankungen von einem Gastrostoma profitieren können: Eine prospektive Längsschnittstudie zeigt eine signifikante Gewichtszunahme, verstärktes Wachstum der Extremitäten sowie weniger Krankenhauseinweisungen wegen Atemwegsinfektionen bei Kindern, die mit einem Gastrostoma versorgt wurden. Die Bezugspersonen berichteten außerdem von positiven Veränderungen beim Gesamtwachstum und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Kinder. Eine weitere Untersuchung demonstrierte eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität der Bezugspersonen von Kindern mit einer Zerebralparese nach Behebung der Fütterungsprobleme durch das Legen einer Gastrostomie-Sonde.4

Für den bestmöglichen Therapieerfolg medizinischer Ernährung

Das Erlanger Unternehmen Nutricia engagiert sich stark für einen individualisierten Ansatz bei der Ernährung schwerkranker Kinder. Dafür bietet Nutricia altersadaptierte pädiatrische Trink- und Sondennahrung, die speziell auf den individuellen Nährstoffbedarf von Kindern zugeschnitten ist. Die Infatrini®-Produkte umfassen Trink- und Sondennahrung für Säuglinge unter 9 kg Körpergewicht. Für Kinder, die zwischen 8 und 45 kg wiegen, steht mit Nutrini® Drink eine Trinknahrung in mehreren Varianten zur Verfügung. Die individuelle Versorgung von Kindern mit einem Gastrostoma, die zwischen 8 und 20 kg bzw. zwischen 21 und 45 kg wiegen, ist mit Nutrini® und Nutrini® Max sichergestellt.

Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen Ärzte, Pflegefachkräfte und Eltern mit einem auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmten Service – die MEHRnährungsexperten junior. Bei diesen speziell ausgebildeten Fachkräften sind die kleinen Patienten in guten Händen, von der Entlassung aus der Klinik bis zur weiteren Versorgung in Pflegeinrichtungen oder zuhause.

Spezialist auf dem Gebiet der medizinisch enteralen Ernährung

Die Nutricia GmbH mit Sitz in Erlangen ist Spezialist für medizinisch enterale Ernährung. Das Unternehmen bietet Konzepte zur Patientenversorgung im stationären und ambulanten Bereich. Zum Sortiment gehören Trink- und Sondennahrung für Kinder und Erwachsene, Applikationssysteme, Ernährungssonden und Ernährungspumpen sowie spezielle Produkte zur Ernährungstherapie bei seltenen, erblichen Stoffwechselstörungen. International ist Nutricia ein Teil der Medical Nutrition Sparte von Danone.

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Quellen

Symposium: „Ernährung beSONDErer Kinder und Jugendlicher Ernährung neurologisch schwerbehinderter Kinder und Jugendlicher – Welche Daten gibt es dazu?“ im Rahmen der DNP-Tagung, 21. April 2016, Bochum; Veranstalter: Nutricia GmbH, Erlangen

  1. Fung et al., 2002
  2. Dahlseng et al., 2012
  3. Sullivan P et al., Dev Med & Child Neuro 2005;47:77-85
  4. Sullivan PJ et al., Dev Med & Child Neuro 2004;46:1796-800