Ernährung, Bewegung und mehr – flankierende Behandlungen zur Krebstherapie

Eine gezielte Ernährungstherapie und weitere flankierende Maßnahmen können helfen, die Nebenwirkungen einer Krebstherapie zu mildern und die Therapiefähigkeit der Patienten zu erhalten. Zu diesem Schluss kam das gut vierstündige Symposium‚ Bewegung, Ernährung und weitere komplementäre Maßnahmen in der Onkologie‘, das am 10. April 2019 am Universitätsklinikum in Köln stattfand. Unterstützt wurde das Symposium von dem auf medizinisch enterale Ernährung spezialisierten Unternehmen Nutricia.

Dr. med. Janis Morgenthaler, Köln, erläuterte zunächst, wie akute und chronische Nebenwirkungen einer Strahlentherapie zur Mangelernährung führen können: „Bereits allgemeine Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit machen es den Patienten schwer, ihr Gewicht zu halten und therapiefähig zu bleiben.“ Die Mangelernährung bei Tumorpatienten sei ein wesentlicher Faktor für deren hohe Morbidität und Mortalität.1 Bei Kopf-Hals-Tumoren beeinträchtige sie auch das Ansprechen auf eine Chemotherapie.2

Ernährungstherapie – wichtig für Ernährungsstatus und Lebensqualität

Dr. Morgenthaler führte weiter aus, dass die Ernährungstherapie und Supplementierung mit hochkalorischer Nahrung für bestimmte Patienten die logische Konsequenz sei: „Es profitieren vor allem Patienten, bei denen eine kurative Therapie angestrebt wird und eine vorübergehende Einschränkung der Nahrungsaufnahme zu erwarten ist.“ Dr. Morgenthaler präsentierte außerdem Publikationen, die einen positiven Effekt der Ernährungsberatung belegen.3 Kerstin Bernhardt, Köln, knüpfte in ihrem Vortrag daran an und betonte, dass entsprechend der S3-Leitlinie ‚Klinische Ernährung in der Onkologie‘ möglichst immer eine qualifizierte Ernährungsberatung angeboten werden sollte, um die Nahrungsaufnahme und Lebensqualität der Patienten zu verbessern.4, 5

Komplementäre Ansätze – Training, Yoga und Psycho-Onkologie

Weitere komplementäre Ansätze nannte Prof. Dr. Josef Beuth, Köln, die, wie er hervorhob, selbst keine Krebstherapien seien, sondern der Vorbeugung und der Reduktion von Nebenwirkungen dienten. Grundlegende Maßnahmen seien auch die Förderung der körperlichen Aktivität und die psychoonkologische Betreuung, die neben Entspannungsübungen auch kunsttherapeutische Ansätze umfasse. Darüber hinaus gebe es bedarfsangepasste Maßnahmen, etwa zur Behandlung von Gelenkbeschwerden und trockenen Schleimhäuten, die bei der adjuvanten Hormontherapie gegen Brustkrebs auftreten. Ein vielversprechender Behandlungsansatz sei neben Muskeltraining auch Yoga.

Prähabilitation – fit für die Krebstherapie

Die ‚Personalisierte Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT)‘ erläuterte PD Dr. Freerk Baumann, Köln. Wichtig sei gerade auch das Training vor einer Krebstherapie, die Prähabilitation. Denn: „Eine Chemotherapie ist wie ein Marathon.“ Dr. Baumann nannte zahlreiche Publikationen, die den Nutzen eines gezielten Trainings im Rahmen einer Krebstherapie belegen – etwa für die kardiorespiratorische Fitness in der Prähabilitation6 und die Reduktion der Krebs-Fatigue.7 Dr. Baumann verwies schließlich auf einen Artikel im Deutschen Ärzteblatt,8 in dem Prof. Hallek vom Centrum für Integrierte Onkologie mit den Worten zitiert wird: „Wenn ich Turnschuhe auf Rezept verschreiben könnte, würde ich es tun.“

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Quellen

  1. Senesse P et al., Cancer Treat Rev 2008; 34(6):568-575
  2. Salas S et al., Radiother Oncol 2008; 87(2):195-200
  3. Ravasco P et al., Head Neck 2005; 27(8):659-668
  4. Arends J et al., Aktuelle Ernährungsmedizin 2015; 40(05):e1-e74
  5. Langius JA et al., Clin Nutr 2013; 32(5):671-678
  6. Singh F et al., Surg Oncol 2013; 22(2):92-104
  7. Mustian KM et al., JAMA Oncol 2017; 3(7):961-968
  8. Zylka-Menhorn V, Dtsch Arztebl International 2018; 115(9):355

Spezialist auf dem Gebiet der medizinisch enteralen Ernährung

Die Nutricia GmbH mit Sitz in Erlangen ist Spezialist für medizinisch enterale Ernährung. Das Unternehmen bietet Konzepte zur Patientenversorgung im stationären und ambulanten Bereich. Zum Sortiment gehören Trink- und Sondennahrung für Kinder und Erwachsene, Applikationssysteme, Ernährungssonden und Ernährungspumpen sowie spezielle Produkte zur Ernährungstherapie bei seltenen, erblichen Stoffwechselstörungen. Medizinische Trinknahrungen (z.B. Fortimel) eigenen sich besonders für onkologische Patienten, um Energie- und Nährstoffdefizite auszugleichen. International ist Nutricia ein Teil der Medical Nutrition Sparte von Danone.

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