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Muttermilchfütterung auch bei angeborenen Stoffwechselerkrankungen möglich
In einem systematischen Review wurden 52 Studien mit 861 Säuglingen aufgenommen, die – je nach angeborener Stoffwechselerkrankung – zwischen vier bis zehn Monate Muttermilch erhielten.
Bei Phenylketonurie (PKU) führte die Muttermilchfütterung in Kombination mit phenylalaninfreier Nahrung zu einer angemessenen Stoffwechselkontrolle, Wachstum und Neuroentwicklung. Die Evidenz für andere Störungen war niedrig, deutete aber darauf hin, dass eine Muttermilchfütterung mit aufmerksamer Überwachung und krankheitsspezifischer Nahrungsergänzung möglich ist.
Bei Kindern mit Mangel an dem Enzym Mittelkettige Acyl-CoA-Dehydrogenase (MCAD) ist die Sicherstellung einer ausreichenden Muttermilchzufuhr von wesentlicher Bedeutung, da bei es bei ausschließlich gestillten Säuglingen aufgrund der in den ersten Lebenstagen natürlicherweise geringeren Muttermilchmenge häufiger zu Symptomen kommt.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass mit Ausnahme der Galaktosämie eine Muttermilchernährung bei Säuglingen mit angeborenen Stoffwechselkrankheiten grundsätzlich durchführbar ist und die Aufrechterhaltung eines stabilen Stoffwechsels ermöglicht – bei gleichzeitiger optimaler Entwicklung.
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Ilgaz F et al. Human Milk Feeding in Inherited Metabolic Disorders: A Systematic Review of Growth, Metabolic Control and Neurodevelopment Outcomes. J Inherit Metab Dis 2025;48:e70001. MPID 39912448
Quelle: Baxevanis GK et al. Interaction between breastfeeding duration and an obesity genetic risk score to predict body fat composition in European adolescents: The HELENA study. Pediatr Obes 2025;20:e13205 ; PMID 39835382
Wichtiger Hinweis: Stillen ist ideal für Ihr Kind. Folgemilch eignet sich nur für Kinder ab 6 Monaten. Lassen Sie sich beraten.