Die Diagnose einer Mangelernährung im Alter

Eine Mangelernährung geht meist mit einem langsamen Gewichtsverlust einher. Daher sollten Sie Ihr Körpergewicht bzw. das Ihres Angehörigen regelmäßig überprüfen. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Body-Mass-Index (BMI) zu berechnen. Dieser gibt das Verhältnis von Körpermasse zu Körpergröße wieder. Er wird berechnet, indem das Körpergewicht (kg) durch das Quadrat der Körpergröße (m2) geteilt wird. Bei Erwachsenen über 65 Jahre deutet ein geringer BMI (weniger als 20 Punkte) auf eine Mangelernährung hin.

Aber auch mit dem BMI kann der Ernährungszustand nur unvollständig beurteilt werden. Denn er gibt beispielsweise keine Auskunft darüber, ob ein Gewichtsverlust zu Lasten der Fettmasse oder der Muskelmasse geht.

Die ärztliche Diagnose

Die Überprüfung des Ernährungsstatus im Alter sollte generell Bestandteil jeder ärztlichen Untersuchung sein. Bei Verdacht auf einen Mangelzustand stehen Ihrem Arzt verschiedene Diagnosemöglichkeiten in Form von spezifischen Fragekatalogen (auch Screening genannt) zur Verfügung. Diese können ein Risiko für eine Mangelernährung schnell und mit hoher Genauigkeit feststellen.

  • MUST-Screening – Ärzte und Ernährungsspezialisten verwenden häufig den standardisierten MUST-Fragebogen, mit dem sich zuverlässig das Risiko für eine Mangelernährung erfassen lässt. MUST ist abgeleitet vom englischen Begriff „Malnutrition Universal Screening Tool“.
  • Mini Nutritional Assessment (MNA) – Dieser Fragebogen hat sich bewährt, um das Risiko einer Mangelernährung speziell bei älteren Menschen zu ermitteln. In der häuslichen Pflege kann er ebenso Anwendung finden wie im Krankenhaus oder Pflegeheim.
  • Nutritional Risk Screening (NRS) – Dieses Screening wird vor allem für den stationären Bereich empfohlen. Aus einem sogenannten „Vorscreening“ aus vier Fragen zu Gewicht, Gewichtsverlust, Nahrungszufuhr und Erkrankung kann die Notwendigkeit einer genaueren Bewertung des Ernährungszustandes errechnet  werden (Hauptscreening).

Die Screeningmethoden finden Sie auch auf der Website der deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin.