Mangelernährung und chronische Niereninsuffizienz (nicht dialysepflichtig)

Für Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz gehören Einschränkungen in der Lebensmittelauswahl zum Alltag. Die Angst etwas Falsches zu essen, die häufig ausgeprägte Appetitlosigkeit sowie Geschmacksstörungen führen oft zu einer Mangelernährung.

Mit fortschreitender Niereninsuffizienz kommen häufig psychische Belastungen und Depressionen hinzu. Sie tragen ebenso zu einer verminderten Nahrungsaufnahme bei wie weitere Begleiterscheinungen, zum Beispiel zunehmende Immobilität, Vereinsamung und Störungen im Magen-Darm-Trakt. Eine Mangelernährung ist genau das, was vermieden werden sollte, da sie die Prognose verschlechtert. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab und die Krankheitsanfälligkeit zu. Eine frühzeitige Feststellung des Ernährungsrisikos und der baldige Beginn von ernährungstherapeutischen Maßnahmen sind hier sehr wichtig, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Empfehlungen für die Ernährungstherapie

Die Ernährungsempfehlungen bei chronischer Niereninsuffizienz sind von der Grunderkrankung des Patienten, der verbleibenden Nierenleistung und den Laborparametern abhängig. Durch eine angepasste Ernährung können Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz den Verlauf ihrer Erkrankung beeinflussen.

Das Ziel der Diät ist es, die geschädigten Nieren durch eine Reduktion der harnpflichtigen Substanzen zu entlasten und den Beginn einer Nierenersatztherapie so weit wie möglich hinauszuzögern. Zunächst kommt es darauf an, durch eine moderate Eiweißzufuhr die harnpflichtigen Substanzen im Blut niedrig zu halten. Nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften sollte die Eiweißzufuhr in der Prädialyse bei 0,6 – 1,0 g Eiweiß/kg Körpergewicht/Tag liegen. Ab einem Glomerulusfiltrat von < 25 ml/min wird eine eiweißreduzierte Kost mit 0,6g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Wichtig dabei ist eine ausreichende Versorgung mit Energie in Form von Kohlenhydraten und Fett, da sonst lebensnotwendiges Eiweiß zur Energiegewinnung herangezogen wird und dem Körper nicht für andere wichtige Funktionsabläufe wie Immunabwehr und Wundheilung zur Verfügung steht.

Die empfohlene tägliche Energiemenge liegt bei 35 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Wünschenswert ist, dass die Betroffenen normalgewichtig sind. Wenn die normale Ernährung nicht ausreicht, um das Gewicht zu halten oder eine Gewichtszunahme zu erreichen, können Trinknahrungen zur Optimierung des Nährstoffangebotes eingesetzt werden. Diese Trinknahrungen sind speziell für die Ernährung von Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz entwickelt worden. Sie sind hochkalorisch und weisen einen reduzierten Gehalt an Eiweiß sowie Mineralstoffen, insbesondere Phosphat und Kalium, auf.

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz muss die Flüssigkeitsaufnahme individuell sehr genau kontrolliert werden. Daher sind Trinknahrungen von Vorteil, die viel Energie und Nährstoffe in einem kleinen Volumen enthalten.

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