Mangelernährung und chronische Niereninsuffizienz (dialysepflichtig)
Die richtige Ernährungstherapie ist eine ganz entscheidende Säule in der Behandlung des Dialyse-Patienten.
In großen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Ernährung die Basis für das Wohlbefinden und die Lebenserwartung der Patienten ist. Durch strenge Diätvorschriften, Appetitlosigkeit oder Übelkeit kommt es bei Dialysepatienten jedoch häufig zu Mangel- oder Unterernährung.
Der Verlust von Eiweiß und Aminosäuren während der Dialysebehandlung erfordert eine höhere Eiweißzufuhr. Dazu kommen häufig psychische Belastungen und Depressionen, die ebenso zu einer verminderten Nahrungsaufnahme beitragen wie weitere Begleiterscheinungen, zum Beispiel zunehmende Immobilität, Vereinsamung und Störungen im Magen-Darm-Trakt. Eine Mangelernährung ist genau das, was vermieden werden sollte, da sie sich negativ auf den Therapieverlauf auswirkt – die Dialyse wird schlechter verkraftet. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab und die Krankheitsanfälligkeit zu, was letztlich zu einer ungünstigeren Prognose führt. Eine frühzeitige Feststellung des Ernährungsrisikos und der baldige Beginn von ernährungstherapeutischen Maßnahmen ist hier sehr wichtig, um weitere Komplikationen zu vermeiden.
Empfehlungen für die Ernährungstherapie
Mit Beginn der Dialysebehandlung verändern sich die Ernährungsempfehlungen bei chronischer Niereninsuffizienz. Bestanden die Hauptempfehlungen bislang in einer verminderten Eiweiß-Zufuhr, so entfällt jetzt die Eiweißbeschränkung. Im Stoffwechsel anfallende harnpflichtige Substanzen werden nun mit Hilfe der Dialyse entfernt. Aber während der Dialysebehandlung gehen auch Aminosäuren, die wichtigen Bausteine der Eiweiße verloren, dadurch ist der Eiweißbedarf bei Dialysepatienten erhöht. Patienten mit Hämodialyse wird empfohlen, täglich 1,2 – 1,4 g Eiweiß (hochwertiges Eiweiß) pro Kilogramm Körpergewicht aufzunehmen. Wird dem Körper weniger Eiweiß zugeführt als er benötigt, kommt es u. a. zum Abbau von Muskelgewebe, einer erhöhten Infektanfälligkeit oder Wundheilungsstörungen. Darüber hinaus ist es wichtig, ausreichend Energie in Form von Kohlenhydraten und Fetten zuzuführen, da Eiweiß sonst zur Energiegewinnung abgebaut wird und dem Körper nicht mehr für funktionelle Aufgaben zur Verfügung steht.
Die empfohlene tägliche Energiemenge liegt bei 35 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Wünschenswert ist, dass die Betroffenen normalgewichtig sind.
Vielen Dialysepatienten fällt es schwer, ihren Kalorien- und Nährstoffbedarf mit herkömmlichen Lebensmitteln zu decken. Empfehlenswert ist dann der Einsatz von Trinknahrungen zur Optimierung des Nährstoffangebotes. Diese Trinknahrungen sind speziell für die Ernährung von Dialysepatienten entwickelt worden. Sie sind hochkalorisch und enthalten viel hochwertiges Eiweiß, gleichzeitig ist der Gehalt an Mineralstoffen, insbesondere Phosphat und Kalium, reduziert.
Unter einer Dialysetherapie muss die Flüssigkeitsaufnahme individuell sehr genau kontrolliert werden. Daher sind Trinknahrungen von Vorteil, die viel Energie und Nährstoffe in einem kleinen Volumen enthalten.
Produktempfehlung
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