Mangelernährung und Wundheilungsstörungen / Dekubitus
Wundheilungsstörungen und Druckgeschwüre (Dekubitus) stellen in der Langzeitpflege, besonders bei geriatrischen oder immobilen Patienten, häufige Komplikationen dar. Für deren Entwicklung spielen der Allgemein- und Ernährungszustand sowie die Mobilität eine wichtige Rolle.
Bei mangelernährten Patienten treten Störungen der Wundheilung und Dekubitus deutlich häufiger auf als bei Patienten mit einem guten Ernährungszustand. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Wundheilungsstörungen und einer unzureichenden Kalorien- und Eiweißzufuhr. Eine frühzeitige Feststellung des Ernährungsrisikos und der baldige Beginn einer Ernährungsintervention ist eine wichtige Basis für die Prävention von Wundheilungsstörungen.
Empfehlungen für die Ernährungstherapie
Patienten mit Wundheilungsstörungen benötigen eine spezielle Ernährung. Die medizinische Ernährung ist nach der Druckentlastung und der professionellen Wundversorgung eine wichtige Säule in der Gesamttherapie. Im Vordergrund steht eine hochkalorische und eiweißreiche Ernährung. Je nach Ausmaß der Wundheilungsstörung bzw. Grad des Dekubitus steigt der Energiebedarf auf 35-40 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Die Eiweißzufuhr sollte bei 1,2- 1,5 g pro Kilogramm Körpergewicht liegen. Hier kommt dem Arginin als wundheilungsfördernde Aminosäure eine besondere Bedeutung zu. Die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Carotinoide, Vit. A, C und E sowie Zink und Selen spielt außerdem eine wichtige Rolle für die Wundheilung.
In vielen Fällen können die besonderen Ernährungsanforderungen nicht über die „normale“ Standard-Ernährung erfüllt werden. Deshalb empfiehlt sich der Einsatz von speziellen Trink- und Sondennahrungen (hochkalorisch, eiweißreich, wundheilungsfördernde Substanzen), um eine optimale Wundheilung zu erzielen.
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