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Kuhmilcheiweißallergie

Normalerweise schützt das körpereigene Immunsystem den Menschen vor Infektionen durch Bakterien und Viren. Bei Allergien reagiert das Immunsystem jedoch irrtümlich auf bestimmte Nahrungsmitteleiweiße, die als Allergene bezeichnet werden.

Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder reagieren sensibel auf diese Eiweiße, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Das häufigste Allergen im Kindesalter ist Kuhmilcheiweiß.

Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel können sehr schnell und nach Verzehr einer geringen Menge des Nahrungsmittels auftreten oder aber erst mit einer Verzögerung von bis zu 48-72 Stunden und nach Einnahme einer größeren Nahrungsmenge. Bei den betroffenen Kindern können verschiedene Symptome an einem oder mehreren Organ­systemen auftreten. Dazu gehören Hautsymptome, gastrointestinale Reaktionen, Atemwegssymptome und Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems. Dies macht die Diagnose einer Kuhmilcheiweiß- oder Nahrungsmittelallergie nicht einfach und erschwert damit auch das Festlegen der richtigen Therapielösung.

Diagnostik der Kuhmilcheiweißallergie

Typische Symptome der Kuhmilcheiweißallergie sind z. B. Hautausschläge und Ekzeme, anhaltende, teilweise blutige Durchfälle, Blähungen, häufiges Spucken und Erbrechen, Atembeschwerden, häufiges Weinen und Schreien sowie eine geringe Gewichtszunahme bis zu einer Gedeihstörung. Für die Diagnostik der Kuhmilcheiweißallergie werden meist typische Labor- und Hauttests durchgeführt (Antikörper-Nachweis im Blut, Prick- und Patchtest). Diese Untersuchungen sind alleine jedoch nicht ausreichend, da verzögerte allergische Reaktionen meist nicht erfasst werden. Der Goldstandard in der Diagnostik der Kuhmilcheiweißallergie besteht daher in der Elimination von Kuhmilcheiweiß aus der Ernährung (Eliminationsdiät). Bestehen die Symptome nach einer ca. zweiwöchigen Eliminationsdiät weiterhin, liegt keine Kuhmilcheiweißallergie vor. Klingen die Symptome jedoch rasch ab, ist das Vorliegen einer Kuhmilcheiweißallergie wahrscheinlich. Der endgültige Nachweis besteht in einer erneuten Gabe kleiner Mengen Kuhmilch. Treten die Symptome danach wieder auf, gilt die Kuhmilcheiweißallergie als eindeutig bewiesen.

Empfehlungen für die Ernährungstherapie

Ist eine Kuhmilcheiweißallergie sicher diagnostiziert, besteht die Therapie darin, dass eine kuhmilcheiweißfreie Ernährung eingehalten werden muss. Milch ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung von Säuglingen und Kleinkinder. Auch bei Elimination der Milch aus der Ernährung muss dafür Sorge getragen werden, dass bei den betroffenen Kindern kein Nährstoffmangel auftritt. Für Säuglinge und Kleinkinder stehen hier Milchersatz­nahrungen auf Basis extensiv hydrolysierter Eiweiße oder auf Basis freier Aminosäuren zur Verfügung. Diese Nahrungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie kein intaktes Kuhmilch­eiweiß enthalten, auf das der Körper allergisch reagiert. Bei extensiven Hydrolysaten wird das Eiweiß aufgespalten, so dass nur kleine Bruchstücke enthalten sind. Allerdings haben die extensiven Hydrolysate eine Restallergenität, die vor allem bei Kindern mit verzögerten allergischen Reaktionen weiterhin Symptome auslösen können. Aminosäurenformula dagegen setzen sich aus freien Aminosäuren, den kleinsten Bestandteilen von Eiweiß, zusammen. Nur Aminosäurenformula sind nicht-allergen und bieten daher die größte Sicherheit in der Therapie von Kuhmilcheiweißallergien.

Von der Verwendung von Nahrungen auf Basis von Sojaeiweiß oder der Gabe von Ziegen- oder Schafsmilch wird abgeraten, da hier ebenfalls allergische Reaktionen auftreten können.

Neben der Allergenfreiheit ist ein weiterer wichtiger Faktor, dass die betroffenen Säuglinge und Kleinkinder sowohl während der diagnostischen als auch während der therapeuti­schen Eliminationsdiät mit allen wichtigen Nährstoffen für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung versorgt werden. Daher sollten in Milchersatznahrungen alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in altersangepasster Menge enthalten sein, insbesondere bei Säuglingen, die ausschließlich mit einer Milchersatznahrung ernährt werden.

Produktempfehlung

Hinweis: Muttermilch ist die optimale Ernährung für Babys und bietet zusätzlich einen Schutz gegen viele Infektionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ihres Lebens ausschließlich zu stillen. Normalerweise entwickeln Neugeborene, die ausschließlich gestillt werden, keine allergischen Symptome. Bei besonders empfindlichen Babys können dennoch immunologische Reaktionen (z. B. in Form einer atopischen Dermatitis) auftreten. Bei diesen Kindern sollte eine Milchersatznahrung eingesetzt werden.

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