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Mangelernährung bei Pankreatitis

Eine Pankreatitis ist eine entzündliche Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Man unterscheidet zwischen der akuten und der chronischen Pankreatitis. Bei beiden Krankheitsformen kommt es zu massiven Störungen der Nährstoff-Verdauung und Resorption (= Malassimilation), wodurch sich das Risiko für eine Mangelernährung erhöht.

Die akute Pankreatitis wird durch eine plötzlich einsetzende Selbstverdauung (Autodigestion) der Bauchspeicheldrüse ausgelöst. Symptome sind in erster Linie unvermittelt auftretende schwere Oberbauchschmerzen. Es ist eine sehr schmerzhafte und schwere Erkrankung, die stationär behandelt werden muss.

Bei einer chronischen Pankreatitis kommt es zu einer Zerstörung des Drüsenapparats der Bauchspeicheldrüse. Es werden kaum noch Verdauungsenzyme ausgeschüttet und die Insulinproduktion ist reduziert. Die chronische Pankreatitis ist im Anfangsstadium meist symptomlos. Oberbauchschmerzen wie bei der akuten Verlaufsform treten vereinzelt auf. Mit zunehmender Zerstörung des Drüsenapparats kommt es zu einer diabetischen Stoffwechsellage und Verdauungsstörungen, in deren Folge es zu Gewichtsabnahme, Fettstuhl (Steatorrhö), Durchfall und Meteorismus (verstärkte Blähungen) kommt.

Empfehlungen für die Ernährungstherapie

Generell richtet sich die Ernährungstherapie der akuten Pankreatitis nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem Ernährungszustand des Patienten. Für die diätetische Therapie spielt die durch Lipasemangel bedingte unzureichende Fettverdauung eine wesentliche Rolle. Eine Ernährungstherapie bei chronischer Pankreatitis ist immer dann erforderlich, wenn eine exokrine und/oder endokrine Pankreasinsuffizienz auftritt. In diesen Fällen wird die Ernährung der verbliebenen Organfunktion angepasst. Die diätetische Behandlung besteht vor allem in der Anpassung der Fettzufuhr an die Lipaseauschüttung. Empfohlen wird eine "leichte Vollkost" mit kontrollierter Fettzufuhr. Alkohol ist bei akuter und chronischer Pankreatitis streng zu meiden. Wichtig ist in jedem Fall die individuelle Planung der Therapie in Absprache mit dem Arzt und/oder einer Ernährungsfachkraft.

Akute Pankreatitis:

Ziel der Behandlung ist die sekretorische Ruhigstellung der Bauchspeicheldrüse. Zu Beginn der Behandlung sollte auf eine orale Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr verzichtet werden. Bei einer schweren, nekrotisierenden Pankreatitis sollte mit niedermolekularer Nahrung über eine Sonde ernährt und, falls notwendig, parenteral ergänzt werden. Nach Abklingen der Schmerzen, weitgehender Normalisierung der Magenentleerung und der Amylase- und Lipaseaktivität erfolgt ein langsamer stufenweiser Kostaufbau. Je nach Ausmaß der abdominellen Beschwerden wird im Abstand von wenigen Tagen beginnend mit Tee eine überwiegend aus Kohlenhydraten bestehende Kost verabreicht. Spezielle fettfreie Trinknahrungen mit hoher Energiedichte können hier helfen, die Therapie zu unterstützen. Bei guter Toleranz werden eiweißreiche, weitgehend fettfreie Lebensmittel zugesetzt. Werden diese ohne Beschwerden vertragen, erfolgt die Fettzugabe, beginnend mit geringen Fettmengen, die langsam gesteigert werden. Treten erneut abdominelle Beschwerden auf oder kommt es zu einem Enzymanstieg, wird meistens wieder eine Phase oraler Nahrungskarenz eingelegt. Nach dem Ausheilen einer akuten Pankreatitis sind weitere diätetische Maßnahmen nicht erforderlich; es kann wieder alles gegessen und getrunken werden. Auf Alkohol sollte verzichtet werden.

Chronische Pankreatitis

Die Ernährungstherapie bei einer chronischen Pankreatitis besteht aus einer fettarmen, leicht verdaulichen Kost. Da die Ausnutzung des Nahrungsfettes als erstes gestört ist, kommt der Auswahl und der Reduktion dieses Nährstoffes eine besondere Bedeutung zu. Lässt sich die Steatorrhoe durch Reduktion des Fettanteiles in Kombination mit einer Pankreasfermentsubstitution nicht ausreichend beseitigen, muss ein teilweiser Ersatz des Nahrungsfettes durch MCT-Fette erfolgen. Spezielle medizinische Trinknahrungen (fettfrei oder mit MCT-Fetten) können helfen, die Energie- und Nährstoffzufuhr zu verbessern. Die Nahrung sollte in kleinen Portionen über den Tag gleichmäßig verteilt angeboten werden. Weiterhin ist auf eine ausreichende Zufuhr an fettlöslichen Vitaminen zu achten, da bei einer Pankreasinsuffizienz möglicherweise eine Unterversorgung von Vitamin A und E auftreten kann.

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