Mangelernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind die häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Bei einem Großteil der Patienten mit CED stellt sich im Verlauf der Erkrankung eine allgemeine Mangelernährung oder eine Minderversorgung mit einzelnen Nährstoffen ein.
Untergewicht und Mangelernährung stehen mit einer erhöhten Anfälligkeit für entzündliche Schübe im Zusammenhang. Durch eine angepasste Ernährung bzw. Ernährungstherapie kann die Gesamttherapie unterstützt werden.
Die Ernährungsstörungen und Mangelzustände bei CED sind abhängig von der Lokalisation der Entzündung, der Aktivität der Erkrankung und von evtl. bereits vorgenommenen chirurgischen Eingriffen. Typische Symptome sind chronische Durchfälle, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Fieber und ungewollter Gewichtsverlust. Bei Kindern kann es zu Wachstumsverzögerungen und einer verlangsamten Geschlechtsentwicklung kommen.
Empfehlungen für die Ernährungstherapie
Jeder Patient mit CED benötigt ein individuell angepasstes Ernährungskonzept. Die Anforderungen an die Ernährung und Ernährungstherapie können sich mit dem Verlauf der Erkrankung ändern, sodass hier jeweils eine Anpassung der Empfehlungen und Maßnahmen erfolgen muss. Das Ziel der Ernährungstherapie ist es, möglichst früh einer Fehl- oder Mangelernährung entgegenzuwirken und die mit der Erkrankung einhergehenden Beschwerden zu verbessern.
Akutphase:
In Phasen, in denen die normale orale Nahrungsaufnahme wegen Unverträglichkeiten im Verdauungstrakt oder wegen starker Inappetenz nur eingeschränkt möglich ist, lässt sich eine ausreichende Versorgung des Körpers meist nur durch eine künstliche Ernährung sichern. Bevorzugt sollte hier die enterale Ernährung mit speziellen Trinknahrungen (und eventuell ergänzend Sondennahrung) durchgeführt werden. Es gibt Hinweise darauf, dass die enterale Ernährungstherapie bei Kindern mit Morbus Crohn im akuten Schub zur Einleitung der Remissionsphase einer Steroidtherapie gleichwertig ist. Im weiteren Verlauf erfolgt schrittweise ein langsamer oraler Kostaufbau mit leicht verdaulicher Nahrung, und die enterale Ernährung kann reduziert werden.
Remissionsphase:
In Remissionsphasen bzw. in Phasen mit leichten Beschwerden kann die Nahrungsaufnahme wieder auf normalem Weg erfolgen. Es gibt derzeit keine wissenschaftlich gesicherten Empfehlungen für eine bestimmte Kostform, die bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa den Krankheitsverlauf möglichst lange positiv beeinflusst. Im beschwerdefreien Intervall wird eine leichte Vollkost empfohlen. Bei Fettverwertungsstörungen sollten MCT-Fette verwendet werden. Spezielle medizinische Trinknahrungen können die Sicherung einer adäquaten Energie- und Nährstoffversorgung unterstützen.
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