Mangelernährung bei Kurzdarmsyndrom
Das Kurzdarmsyndrom entsteht durch die operative Entfernung von Teilen des Dünndarms.
Als Folge der Resektion reduziert sich die Resorptionskapazität, so dass die Verdauung und Resorption von Makronährstoffen, Flüssigkeit und Mineralien stark eingeschränkt ist. Durch gezielte ernährungstherapeutische Maßnahmen kann krankheitsbedingten Mangelernährungszuständen entgegengewirkt werden.
Allgemein kommt es durch die Resektion zu abdominellen Beschwerden und einer beschleunigten Darmpassage. Folgen sind Fettstühle (Steatorrhoe), Durchfälle (Diarrhoe), verminderte Nährstoffausnutzung, Elektrolytverluste, Gewichtsverlust und evtl. Laktoseintoleranz. Bei Resektion des terminalen Ileums können Vitamin B12 und Gallensäuren nicht mehr resorbiert werden.
In den ersten Wochen nach der Operation kommt es durch Hypersekretion zu hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten. Durchfälle mit einem Stuhlvolumen über 2,5 l pro Tag treten auf. In den Folgemonaten passt sich der Darm vor allem durch eine Zotten-Hypertrophie der reduzierten Absorptionsfläche an. Der Flüssigkeitsverlust geht zurück. Während der anschließenden Stabilisierungsphase nehmen Durchfall und Steatorrhoe weiter ab.
Empfehlungen für die Ernährungstherapie
Je nach Ausmaß und Ort der Dünndarmresektion sowie des zeitlichen Abstandes zur Operation müssen die ernährungstherapeutischen Maßnahmen individuell an die Resorptionsfähigkeit des Restdarmes angepasst werden.
Ziel der Ernährungstherapie ist es, Beschwerden zu verringern, den Nährstoffmangel auszugleichen und so die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.
In der Hypersekretionsphase direkt nach der Operation müssen Nährstoffe und Flüssigkeit überwiegend parenteral zugeführt werden. Zur Stimulation der Resorptionsanpassung des Restdarmes sollte jedoch so früh wie möglich mit der oralen Ernährung begonnen werden. Spezielle niedermolekulare medizinische Trinknahrungen (ggf. Sondennahrung) mit MCT-Fetten können die Therapie unterstützen. Es gibt Hinweise darauf, dass bei ausgedehnten Dünndarmresektionen die Adaption des Restdarmes durch die Gabe von Glutamin verbessert werden kann.
In der Adaptionsphase wird schrittweise die orale Ernährung mit Normalkost und Trinknahrung weiter aufgebaut. Parenterale und/oder Sondenernährung werden entsprechend reduziert.
Um der evtl. eingeschränkten Resorptionsleistung entgegenzuwirken, sollte individuell abgestimmt werden, wie der Ernährungsplan nach Abschluss der Adaptionsphase gestaltet wird. Die normale Kost sollte hochkalorisch und eiweißreich sein und das normale Nahrungsfett durch MCT-Fette ersetzt werden. Medizinische enterale Ernährung wird auch in der Stabilisierungsphase empfohlen, wenn der Ernährungszustand durch normale Kost allein nichtaufrechterhalten werden kann.
Produktempfehlung
Trinknahrung
Sondennahrung
Trinknahrung speziell für Kinder
Sondennahrung speziell für Kinder


